In einem alten Garten

#113 Am Samstag waren wir am Bauernmarkt: Berge von frischem Gemüse, duftenden Kräutern, Honig, Säfte und farbenfrohes Obst und Blumen. Es fiel mir schwer nicht den ganzen Markt aufzukaufen. Jetzt gleicht unser kleines Zimmerküchekabinett einem Blumenmeer. Der Anblick der zarten Blüten lassen mich an dieses Gedicht denken:

Resedaduft entschwebt im braunen Grün,
Geflimmer schauert auf den schönen Weiher,
Die Weiden stehn gehüllt in weiße Schleier
Darinnen Falter irre Kreise ziehn.

Verlassen sonnt sich die Terrasse dort,
Goldfische glitzern tief im Wasserspiegel,
Bisweilen schwimmen Wolken übern Hügel,
Und langsam gehn die Fremden wieder fort.

Die Lauben scheinen hell, da junge Frau’n
Am frühen Morgen hier vorbeigegangen,
Ihr Lachen blieb an kleinen Blättern hangen,
In goldenen Dünsten tanzt ein trunkener Faun.

Georg Trakl: „In einem alten Garten”

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Ein Kommentar zu “In einem alten Garten

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